Fonds CSZ 031 - Fonds Praesens-Film AG

Original Digitales Objekt not accessible

Bereich "Identifikation"

Signatur

CH CS CSZ 031

Titel

Fonds Praesens-Film AG

Datum/Laufzeit

  • 1924 - 2013 (Anlage)

Erschließungsstufe

Fonds

Umfang und Medium

12 m (90 Schachteln, davon 13 Grossformat)

Bereich "Kontext"

Name des Bestandsbildners

(1924-)

Verwaltungsgeschichte

Die Praesens Film AG ist das älteste noch existierende Filmunternehmen (Produktion und Verleih) der Schweiz. Gegründet wird es 1924 in Zürich von Lazar Wechsler (1896–1981) und Walter Mittelholzer (1894–1937). Anfänglich stellt Praesens primär Gebrauchs- und Reisefilme her; Ab 1939 gilt sie als wichtigste Produktionsfirma der Schweiz. Mit Filmklassikern wie Füsilier Wipf (1938) oder den Heidi- (1952, 1954) und Uli-Verfilmungen (1954, 1955) formt Praesens nicht nur das einheimische Filmbewusstsein, sie prägt gleichzeitig auch den Blick von aussen auf die Schweiz. Der filmische Durchbruch gelingt 1929 mit dem (stummen) Dokumentarfilm Frauennot – Frauenglück (1929), einem Film zur Abtreibungsproblematik. Mit Feind im Blut (1930) steuert Praesens einen weiteren Dokumentarfilm zur damals populären Gesundheitsaufklärung bei, der die Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten thematisiert. 1936 wird auch So lebt China zum Schweizer Kinoerfolg. Nicht zuletzt mit den in Schweizerdeutsch Mundart gesprochenen, identitätsstiftenden Spielfilmen ist Praesens in der Lage, zahlreiche Erfolge zu verbuchen. Dazu zählen die Dialektkomödie Jä-soo! (1935) oder Füssilier Wipf (1938), die nebst Landamman Stauffacher (1941) und Gilberte de Courgenay (1941) zu den Schlüsselfilmen der Geistigen Landesverteidigung gehören.
Zudem produziert Praesens Schweizer Literaturverfilmungen: Wachtmeister Studer (1938), Die missbrauchten Liebesbriefe (1941), Das Menschlein Matthias (1941), Der Schuss von der Kanzel (1942), Matto regiert (1946/47) und Heidi (1952).
Für Marie-Louise (1944) erhält Praesens einen Oscar für das beste Drehbuch. Die Letzte Chance (1945), ein Film über das Schicksal von Flüchtlingen, die über die italiensiche Grenze in die Schweiz zu fliehen versuchen, gewinnt 1946 einen Golden Globe. Das darauf (international) produzierte, im besetzten Wien spielende Nachkriegszeitdrama Die Vier im Jeep (1951) erhält in Berlin den ersten Goldenen Bären. In den 1950er Jahren bekommt Praesens durch Firmen wie die Gloriafilm AG inländische Konkurrenz. Der weltweite Umbruch der Filmszene mit dem Aufkommen des Fernsehens und dem damit sich wandelnden Publikumsverhalten um die Mitte der 1960er Jahre verändert auch in der Schweiz die Produktionsverhältnisse nachhaltig. Wechsler zieht sich aus dem Spielfilmgeschäft zurück und stellt fast nur noch Dokumentarfilme für das Schweizer Fernsehen her (z. B. 2000 Jahre Israel. Israel zwischen gestern und morgen). 1980 gibt Wechsler seine restlichen Anteile an Praesens auf.

Bestandsgeschichte

Abgebende Stelle

Depot von Praesens-Film A. G. (Übergabe durch Pete Gassmann) an die Cinémathèque suisse, Forschungs- und Archivierungszentrum Zürich. Die Ablieferung erfolgt in Etappen, erste Ablieferung 2019/128 am 8.10.2019. Am 2.2.2021 (P. Gassmann) Übergabe von zwei Fotobüchern. Weitere und letzte Ablieferung 2021/108 sämtlicher Unterlagen aus dem Praesens-Archiv am 23.6.2021.
Dem Bestand wurden zudem Unterlagen aus der Collection Praesens-Film AG (CSL 046) beigefügt, die zuvor in Penthaz aufbewahrt wurden. Es handelt sich um Dokumente (u. a. Pressehefte und Kinoanzeigen), die Hervé Dumont von Praesens für eine Ausstellung erhalten hatte. Interne Transfers am 17.2. und 13.03.2020. Ausserdem wurden Unterlagen (u. a. internationale Flyer, Pressedossiers, Fotomaterial) in den Bestand integriert, die von Heinz Schweizer (ehemals SRF) stammen. Übergaben am 20.02.2020, 16.12.2020 und 26.01.2022.
Interner Transfer von Fotonegativen (Abteilung Iconographie) nach Penthaz am 9. September 2022

Bereich "Inhalt und innere Ordnung"

Eingrenzung und Inhalt

Der Bestand umfasst einen Teil des überlieferten Firmenarchivs der Praesens-Film AG. Die Serie 01 führt chronologisch geordnet sämtliche Filmproduktionen auf, die in Sous-Serien gegliedert sind. Erfasst sind darin Dokumente zu den filmischen Werken (Promotion, Rezeption, Administration, Manuskripte) sowie ein umfassendes Bildkonvolut (Promotion, Produktion). Die Serie 02 beinhaltet administrative Dokumente sowie Unterlagen zur (generellen) Promotion und Rezeption der Praesens Filme.

Bewertung, Vernichtung und Terminierung

Kassation von Dubletten
Kassation von stark zersetzten Acetat-Negativen (Essigsäure-Syndrom)

Zuwächse

Ordnung und Klassifikation

Dokument

Bedingungen des Zugriffs- und Benutzungsbereichs

Benutzungsbedingungen

Gemäss Nutzungsreglement des Departements Non-Film.

Reproduktionsbedingungen

In der Verzeichnungseinheit enthaltene Sprache

  • Deutsch
  • Englisch
  • Französisch

Schrift in den Unterlagen

Anmerkungen zu Sprache und Schrift

Physische Beschaffenheit und technische Anforderungen

Findmittel

Erstelltes Findmittel

Bereich Sachverwandte Unterlagen

Existenz und Aufbewahrungsort von Originalen

Cinémathèque suisse, Forschungs- und Archivierungszentrum Zürich

Existenz und Aufbewahrungsort von Kopien

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Cinémathèque suisse: Fonds mixte

Verwandte Beschreibungen

Anmerkung zur Veröffentlichung

  • Dumont, Hervé (1991) Leopold Lindtberg und der Schweizer Film 1935–1953. Aus dem Französischen v. Günter Knorr unter Mitarb. des Autors. Ulm: Günter Knorr (Originalausg. 1975: Leopold Lindtberg et le cinema Suisse 1953–1953. Travelling: documents Cinémathèque suisse 6; S. 44–46.)
  • Dumont, Hervé (1987) Geschichte des Schweizer Films: Spielfilme 1896–1965. Vorwort von Freddy Buache. Lausanne: Schweizer Filmarchiv.
  • Dumont, Hervé (1991) Praesens Film: Rise & Fall of the Legendary Swiss Film Company. Zurich: Pro Helvetia.
  • Gertiser, Anita; Straumann, Anna-Katherina (2016) «Gemischtwarenladen als Erfolgsmodell» (19.11.2019). In: Cinema, Nr. 61, Marburg: Schüren Verlag, S. 154–165. URL: https://www.cinemabuch.ch/article/610016 [Zugriff am 19.11.2019].
  • Lachat, Pierre (2009) «2. Anfänge des Schweizer Films: 1930er bis 1950er Jahre» (05.11.2009). In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). URL: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010468/2009-11-05/#HAnfE4ngedesSchweizerFilms:1930erbis1950erJahre [Zugriff am 11.11.2019].

Bereich "Anmerkungen"

Alternative Identifikatoren/Signaturen

Zugriffspunkte

Zugriffspunkte (Thema)

Zugriffspunkte (Ort)

Zugriffspunkte (Name)

Zugriffspunkte (Genre)

Bereich "Beschreibungskontrolle"

Identifikator "Beschreibung"

Archivcode

Benutzte Regeln und/oder Konventionen

Status

Erschließungstiefe

Teilweise

Daten der Bestandsbildung, Überprüfung, Löschung/Kassierung

Sprache(n)

  • Deutsch

Schrift(en)

Quellen

Abbildung (Digitales Objekt): Dreharbeiten zum Film Heidi (1952) von Luigi Comencini ©Alle Rechte vorbehalten/Collection Cinémathèque suisse.

Anmerkung des Archivars/der Archivarin

Bestandsbeschreibung November 2019 D. Wegmann
Erschliessung Serie 01:
Sous-Serien 01-26, Januar-Dezember 2020 V. Michel.
Überarbeitung und Import März 2021 D. Wegmann, S. Winzeler
Sous-Serien 27 bis 34, 36, 38, Juli-November 2021 Y. Hanne.
Sous-Serien 35, 37, 39 bis 80, März-Juli 2022 C. Schöbi.
Überarbeitung und Import D. Wegmann März und August 2022
Sous-Serien 81-83, D. Wegmann.
Erschliessung und Import Serie 02 D. Wegmann Juli-August 2022
Der Bestand ist noch in Bearbeitung.

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Bereich Zugang

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